Häufige Fragen zu veganen Weinen

Das Wissen um gesunde Ernährung und Warenkunde über hochwertige Speisen und Getränke wächst unter den interessierten Laien zusehens.

Ich möchte Sie auf dieser Info-Webseite über vegane Weine und vegetarisches Essen besser informieren. Hier möchte ich Ihnen als Freund der vegetarischen und veganen Küche und Lebensweise offene Fragen beantworten, die mir in den letzten Jahren immer wieder untergekommen sind und Ihnen damit Unsicherheiten nehmen.

1. Sind nicht alle Weine vegan?

 

Nein. Der Knackpunkt ist, dass Wein während der Herstellung normalerweise von groberen Trübstoffen befreit wird, die sich dann entweder am Boden des Gärbehälters sammeln oder an der Oberfläche treiben, bevor der Wein normalerweise auch gefiltert wird. 

 

Das Binden dieser Trübstoffe, im Fachjargon Schönen genannt, kann mit tierischen Präparaten wie Kasein, Gelatine vom Schwein, Eiweiss aus Hühnereiern oder Proteinen, die aus Schalen- und Krustentieren oder Fischen gewonnen werden, geschehen. Die andere, vegane Alternative sind pflanzliche Proteine aus beispielsweise Hülsenfrüchten, die sich bei der Weinherstellung immer mehr durchsetzen. Das Arbeiten mit tierischen Produkten bei der Schönung von Wein gilt langsam als nicht mehr zeitgemäß. Diverse Lebensmittelskandale aus den vergangenen Jahren dürften diese Entwicklung klar unterstützt haben.

 

Wenn ein Wein dann noch nach der Gärung gefiltert oder gar sterilgefiltert wurde, dürfte im fertigen Wein kaum noch etwas Tierisches nachweisbar sein. Flexitarier oder Menschen, die das mit dem vegetarisch und vegan nicht ganz so streng sehen, dürften jetzt schon beruhigt sein.

 

Der Stein des Anstoßes für einen konsequenten Veganer ist es nicht nur, dass keine tierischen Inhaltsstoffe im Wein sind, sondern auch, dass bei der Herstellung des Weines keine Tiere vorsätzlich zu Schaden gekommen sind. Eine leicht überforderte Verkäuferin in einem Weingeschäft antwortete auf meine Frage nach veganen Weinen in ihrem Sortiment etwas lapidar: "Ich weiß nicht, ob da bei der Ernte nicht vielleicht doch ein kleines Insekt im Lesegut zufällig mitverarbeitet wurde...". 

 

Ein weiterer Punkt, den strengen Veganern negativ aufstoßen kann, befindet sich nicht im Wein, sondern außerhalb des Weines; genauer gesagt auf der Weinflasche: Der Leim, mit dem das Weinetikett auf die Flasche aufgeklebt wird, kann ebenfalls tierische Substanzen enthalten.

 

Ein Paradoxum sollte für Veganer bei Weinen aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft vorliegen: Diese Weine an sich werden zwar meist vegan produziert, aber es gibt in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft beim Anbau der Reben, Maßnahmen, wo tierische Prudukte zum Einsatz kommen: Das bekannteste Ritual ist das Vergraben von Rinderhörnern im Weinberg. Diese Hörner werden natürlich am ehesten von Schlachhöfen bezogen. Für den strengen Veganer ein klares KO-Kriterium.

 

Vegetarier sehen die Sache meist ganz nicht so streng. Einige Vegetarier täten sich wahrscheinlich nicht am Kasein oder Hühnereiweiß stören, womit ihr Wein geschönt worden ist.

 

Ganz streng genommen könnte man also auch nochmal zwischen veganem und vegetarischen Wein - ohne jegliche tierische Inhaltsstoffe hergestellt - unterscheiden. In der Praxis spricht man aber nur von veganem und nicht-veganem Wein.

 

Im englischen Sprachraum verwendet man den Begriff 'Vegan Friendly', was das Ganze am elegantesten beschreibt: 'Für Veganer geeignet". Denn ganz streng genommen, kann kein Winzer garantieren, dass ein Wein tatsächlich 100% vegan ist. 

2. Wie erkenne ich veganen Wein?

  • Ein Wein kann als vegan mit einem Vegan-Siegel zertifiziert sein. Eine Zertifizierung kostet den Winzer Geld.
  • Ein Wein kann mit dem Demeter-Siegel zertifiziert sein, was beinhaltet, dass keine tierischen Inhaltsstoffe bei der Herstellung verwendet werden dürfen.
  • Weine mit dem EcoVin-Siegel sind ebenfalls vegan.
  • Ein Wein kann als ungefiltert gekennzeichnet sein, was aufgrund des fehlenden Schönens und Filterns aussagt, dass keine tierischen Hilfsmittel bei der Herstellung benötigt worden sind.
  • Wenn ein Wein als koscher gekennzeichnet wurde, ist er zumindest vegetarisch, weil bei der koscheren Weinherstellung Hühnereiweiß verwendet werden kann. Andere tierische Zusätze aber nicht.
  • Bei Bioweinen und Naturweinen liegt der Verdacht sehr nahe, dass dieser Wein auch vegan ist. Nachfragen beim geschulten Fachpersonal oder direkt beim Winzer kosten nichts. In Bioläden ist das Personal auf solche Fälle vorbereitet und oft die Regale entsprechend gekennzeichnet.

Im Zweifelsfall gilt immer die Regel: Besser nachfragen. Es sind mehr Weine vegan, als Sie tatsächlich denken.

 

Für die kommenden Jahre (Stand 2018) ist es von der EU geplant, dass sämtliche Inhaltsstoffe, die im Wein sein können, auf dem Etikett angegeben werden müssen. In Zukunft werden Sie also lesen können, ob Ihr Wein mit Hühnereiweiß, Gelatine, etc. hergestellt worden ist oder nicht.

3. Ist veganes und vegetarisches Essen wirklich so gesund?

 

Ganz neutral betrachtet bedeuten die Begriffe

  • vegetarisch: ohne Fleisch und Fisch. Kein Tier müsste zwangsläufig für dieses Produkt sterben. Dafür sind tierische Inhaltsstoffe erlaubt. Je nach Toleranz des einzelnen Verbrauchers (Ovolaktovegetarier) zählen Eier oder Milch mit dazu oder nicht.
  • vegan: ohne jegliche tierische Inhaltsstoffe. Für sehr konsequente Veganer schließt dies auch Zusatzstoffe ein, die von Tieren gewonnen wurden.

Es wurde wissenschaftlich bewiesen und auch schon unter ärztlicher Aufsicht überprüft, dass man sich - sowie vegetarisch als auch vegan - gesund und komplett ernähren kann, wenn sich Derjenige bewusst ernährt, dass er oder sie alle nötigen Nährstoffe zu sich nimmt.

 

Den Knackpunkt Vitamin B 12 werden Sie jetzt bestimmt einwerfen. Da streiten sich sogar Wissenschaftler. Die beiden Gründe, warum Vegetarier und Veganer heute in der Regel einen Mangel an Vitamin B 12 haben, ist, weil das Obst und Gemüse heute total gesäubert angeboten wird. Das bisschen Erde, was früher an Obst und Gemüse ganz normal war, enthält Kleinstlebewesen, die Vitamin B 12 beinhalten. Darum gab es früher, trotz einer überwiegend vegetarischen Ernährung der Gesamtbevölkerung, keinen Vitamin-B-12-Mangel. Es gibt auch wissenschaftliche Meinungen, dass der menschliche Körper doch sein eigenes Vitamin B 12 herstellen kann, wenn seine Darmflora gesund ist, was auf einen Großteil der Menschen heute leider nicht mehr zutrifft.  Eine natürliche, vegane Zufuhr von Vitamin B 12 kann durch Algen erfolgen, anstatt durch Nahrungsergänzungsmittel.

 

Das Wichtigste und wirklich gesunde an der vegetarischen und veganen Ernährung ist das Obst und Gemüse. Ich kann mich auch vegetarisch ernähren und viele Kohlehydrate oder Milchprodukte zu mir nehmen, was meinen Körper stark übersäuert und mich für viele Krankheiten anfällig macht. Leider hat über die Jahrzehnte der Nährstoffgehalt vieler Obst- und Gemüsesorten nachweislich stark abgenommen, so dass trotz eines hohen Obst- und Gemüseanteils Ihre Werte an Vitaminen, Mineralien und anderen Mikronährstoffen oft nicht mehr ausreicht, um Ihren täglichen Bedarf zu decken. Darum empfehle ich regelmäßige Tests bei Ihrem Arzt auf Ihren Mineralienspiegel, auf Übersäuerung  oder Vitaminmangel - egal ob Sie Veganer oder Allesesser sind. In einzelnen Fällen ist dann nach einer ärztlichen Diagnose eine genau ermittelte Sublimentierung anzuraten. Ein gut funktionierender Stoffwechsel ist ebenfalls äußerst wichtig für Ihre Gesundheit. Wie viele andere Nahrungsmittel sind auch Obst und Gemüse - vor allem aus konventionellen Anbau - heute oft mit Giftstoffen deutlich belastet.

4. Was ist ein Sommelier?

 

Ein Sommelier ist klassisch ein Mundschenk, der seinen Gästen - meist in einem Restaurant - Weine und andere, meist alkoholische, Getränke serviert. Ein Sommelier kann auch im Handel arbeiten und dort Kunden beraten oder für Handelsunternehmen Wein einkaufen oder vermarkten.

 

Die Kompetenzen eines klassischen Sommelier im Restaurant können ein übersichtliches bis sehr weitreichendes Spektrum abdecken - je nach Größe und Struktur des Betriebes, in dem dieser Sommelier arbeitet:

  • Beratung und Verkauf von Weinen am Gast
  • Schulung des Personals in Weinfragen
  • Pflege des Weinkellers sowie Lagerhaltung, Disposition und Inventuren
  • Gestaltung des Weinsortiments und Pflege der Weinkarten
  • Gute Kommunikation mit der Küche; insbesondere bei der Gestaltung von Menüs oder bei der Modifikation von Rezepten
  • Einkauf von Weinen mit einer bestimmten Budgetverantwortung inklusive Vertragsverhandlungen z. B. mit Winzern
  • Gute Marktkenntnisse und Übersicht über aktuelle Trends
  • Tiefe Weinkenntnisse, aber auch sehr gute Kenntnisse über alle anderen Getränke, eventuell auch Zigarren, mindestens ein gutes Grundverständnis fürs Kochen und gerne praktische Kenntnisse aus der Weinherstellung

Insgesamt kann der Aufgabenbereich eines Sommeliers sehr vielseitig, anspruchsvoll und umfangreich sein.

 

Das Wort Sommelier wurde in den letzten Jahren gerne etwas überstrapaziert, weil viele Bereiche sich entschlossen haben, spezielle Sommelierausbildungen anzubieten, um Verkaufspersonal marketingwirksam zu spezialisieren. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie anstatt nur vom klassischen Wein-Sommelier auch von einem

  • Bier-Sommelier,
  • Tee-Sommelier,
  • Fleisch-Sommelier,
  • Weed-Sommelier,
  • Käse-Sommelier oder
  • einem Gemüse-Sommelier hören.

Das Wort Sommelier an sich ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Daher kann sich grundsätzlich jeder so nennen, der als Schwerpunkt im Weinverkauf arbeitet...und diese Leute müssen fachlich nicht schlecht sein!

 

Es gibt verschiedene, internationale Weiterbildung zum zertifizierten Sommelier. Hier in Deutschland ist der IHK-Abschluss als Sommelier sehr gerne gesehen, weil ein wirklich umfangreiches Wissen und Können solide vermittelt wird. Dazu zählt nicht nur der perfekte Weinservice am Gast, reines Weinwissen und die Fähigkeit, Wein qualitativ per Degustation einzuschätzen, sondern auch ein solides, betrieswirtschaftliches Wissen und ein mehrmonatiges Praktikum im Weinberg und in einer Kellerei. Vor internationalen Vergleichen mit anderen Weiterbildungseinrichtungen brauchen wir Deutschen uns nicht zu verstecken. International federführend sind allerdings die Briten. 

 

Der international hochwertigste Abschluss für einen Sommelier ist das Master Sommelier (MS) Diploma des Court of Master Sommeliers (CMS). Für den Handel ist der Abschluss als Master of Wine (MW) die internationale Krone.     

Mein veganer Buchtipp in Sachen Wein

 

Das Buch 'Wein & Gemüse' von Manuela Rüther und Sebastian Bordthäuser ist bis jetzt (2017) noch einzigartig in Deutschland - wenn nicht sogar weltweit. Das Authorenpaar stellt diverse vegane und vegetarische Gerichte und dazu passenden Wein vor.